Roaring Sixties: Die friedliche Nutzung von Kernwaffen

Unter dem Projektnamen Plowshare wurde vor etwa 50 Jahren in den USA nach Möglichkeiten gesucht, atomare Explosionen auch für zivile Zwecke zu nutzen.
Zu diesem Behufe wurden auch spezielle Atombomben entwickelt, die bei der Explosion weniger Radioaktivität freisetzen sollten als ihre “militärischen Schwestern”.
Mögliche Einsatzgebiete für zivile Kernexplosionen hatte man sich folgende ausgedacht:

- In Alaska (bei Cape Thompson) sollte ein Hafen gesprengt werden. Aus Sorge wegen etwaiger Komtaminationsschäden verzichtete man jedoch auf die Durchführung dieses Plans.
- Für den schon damals immer stärker beschifften Panama-Kanal sollte eine Alternative geschaffen werden. Hinter diesem Vorhaben stand auch Präsident Kennedy persönlich.
- Die Ausbeutung von natürlichen Erdgasfeldern sollte durch “Auflockerung” von Felsschichten erleichtert werden.
- Extraktion von Mineralöl aus Ölschiefer
- Mein “ganz persönlicher Favorit” ist jedoch der Einsatz von Kernwaffen für die Entsorgung Radioaktiver Abfälle. Hierfür sollten in der Nähe von Wiederaufbereitungsanlagen mittels unterirdischer Explosionen Hohlräume geschaffen werden, in die dann radioaktive Abfälle entsorgt werden hätten können. Durch die irgendwann einsetzende Kernschmelze hätte sich der ganze Abfall laut Plan irgendwann zu einem riesigen Glasklumpen verschmolzen, und das Problem wäre hygienisch einwandfrei gelöst gewesen.

Verwirklicht wurde keine der geplanten Anwendungen. Im Rahmen des Project Plowshare wurden jedoch insgesamt 27 nukeare Testexplosionen “durchgeführt”. In der Sowjetunion wurden über 200 “zivile Atombomben” hochgejagt.

Passendes Zitat:
Für den, der einen Hammer in der Hand hat, zerfällt die Welt in Nägel und Nicht-Nägel.
(Christoph Hubig in Anlehnung an Abraham Kaplan)

Ausführlicherer Artikel auf Wired.com

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One Comment

  1. Posted 29. April 2009 at 18:25 | Permalink

    Die spinnen die Römer… Aber dass mit Profitaussichten bei den meisten Menschen der Verstand aussetzt ist ja leider nichts Neues.

    PS: Schöner Blog – ich mag den Ansatz “Grüne” Themen abseits von der sonst oft üblichen Jutebeutel-Ökologie!

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