Gentechnik gegen Grausamkeit?

Bemerkenswerter Gastartikel in der New York Times:
Adam Shriver ist Doktorand an der Universität Washington (im Rahmen eines Philosophie-Neurowissenschaften- Psychologie-Programms).
Shriver schlägt vor, Schmerzen von Tieren in industrieller Massentierhaltung dadurch zu eliminieren, dass sie genetisch modifiziert werden.
Und zwar so, dass sie schmerzunempfindlich werden.

Shriver fügt auch gleich hinzu, dass das ganze für den menschlichen Konsumenten unbedenklich sei, da im Rahmen der in Frage kommenden Manipulation nur bestimmte Proteine entfernt würden, jedoch nichts hinzugefügt.
Schmerzempfinden baut, so der Artikel in der NY Times, auf zwei getrennten Wahrnehmungspfaden auf. Über den einen werden Art und Ort des Schmerzes, über den anderen die Intensität bewusst.
Durch die gezielte Ausschaltung der zweiten “Leitung” seinen Tiere zwar in der Lage, schmerzverursachende Situationen zu meiden, würden jedoch nicht unter den wahrgenommenen Schmerzen leiden.
Shriver schreibt, Menschen, die vergleichbare Schäden am “anterioren cingulären Cortex” (ich bin kein Mediziner) erlitten hätten, würden Schmerzen zwar wahrnehmen, aber nicht als unangenehm empfinden. In Tierversuchen (!) entsprechend manipulierte Ratten zogen zwar ihre Füsse von erhitzten Bodenstellen. Später unterliessen sie es jedoch, Bodenstellen, welche in der Vergangenheit mitunter erhitzt waren, zu meiden.

Shriver schreibt wörtlich:

“Wenn wir die “Tierfabriken” nicht gänzlich vermeiden können, dann ist das mindeste, was wir tun können, die Unannehmlichkeit des Schmerzes der Tiere, welche in ihnen leben und sterben müssen, zu eliminieren.
Es wäre weitaus besser, als überhaupt nichts zu tun.”

Eben da liegt abber meiner Meinung auch der Hase im Pfeffer. Denn die Industrielle Massentierhaltung wird ja bekanntlich nicht von allen Menschen für unabdingbar gehalten.

Dennoch finde ich, dass der Artikel eineFrage aufwirft, die mit Sicherheit noch für heftigste Diskussionen sorgen wird. Denn es gibt auch Menschen, die zwar die allergrausamste Massentierhaltung ablehnen, aber dennoch keinen veganen Lebensstil wählen möchten.
Und schon stellt sich die Frage wieder, ob Leid über die Behandlung der Tiere, oder aber über deren “Leidensfähigkeit” reduziert werden sollte.
Konsequent zu Ende gedacht ginge dieser Weg in Richtung Fleisch, das in industriellen Petrischalen wächst.

New York Times via Green Daily

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