IAA 2009: Mein Reisebericht

IAA Frankfurt Ursprünglich hatte ich zwar vage mit dem Gedanken gespielt, nach Frankfurt auf die IAA zu fahren, sicher war ich mir jedoch keinesfalls.
Ein Entschluss wurde aus dem Gedanken erst, als ich eine Mail von einer Marketingagentur erhielt.
Diese arbeitet unter anderem für Ford. Modernerweise wollte man in diesem Jahr nicht nur mit Journalisten zusammenarbeiten, sondern versuchsweise auch mal mit Bloggern.
Mir ist das nur Recht, denn so kam ich zu einer Einladung nach Frankfurt. Die Kosten für Hotel und Zug übernahm Ford, und so bin ich denn bereits am 14. September aufgebrochen.
Positiv überrascht war ich erst mal vom Hotel. Das Steigenberger Airport Hotel ist definitiv nichts für den schmalen Geldbeutel, aber da Ford seine gesamte Mannschaft untergebracht hatte, kamen auch wir in diesen Genuss.
Wir, das waren fünf europäische Blogger, die für Fords Web 2.0-Experiment vorgesehen waren.
Ausser mir waren noch LOHAS-Kollgege Andreas aus Österreich, Design-Mann Luca aus der Schweiz, Green Cars-Blogger Richard und Family Blogger Paul aus Großbritannien am Start.
IAA Frankfurt Hotel Das Hotel war standesgemäß edel. Ich habe es wirklich genossen. Es hat auch nur gefühlte knappe zwei Sunden gedauert, bis ich die rumprobiererei satt hatte und Anndreas angerufen habe, um ihn zu Fragen, wie man in dem Laden das Licht anmacht :) Der Konnte mir auch prompt helfen, den er hatte kurz zuvor schon bei der Rezeption nachgefragt :)
Kurz darauf ging es dann zum ersten mal auf die Messe selbst. Dort konnten wir schon mal ein wenig beim Aufbau zusehen. Ich musste mich wirklich zusammenreißen, um nicht sofort loszubloggen.
Denn die ganzen (erst am nächsten Tag offiziell präsentierten) IAA-Premieren waren hier schon unverhüllt zu sehen. Hier Quatsch zu machen, wäre jedoch über meinem Sponsor nicht unbedingt loyal gewesen.
Nach dem Abendessen (Die Restaurants im Steigenberger sind zwar hemmungslos protzig, aber man hält es nicht für nötig, auch Vegetariern deutlich mehr als das Salatbüffet anzubieten), ging es ins Bett.
Am nächsten Tag früh raus, und nach einem oppulenten Frühstück folgte dann Pressekonferenz auf Pressekonferenz. Dazwischen gab es einiges zu laufen, denn das Messegelände auf der IAA ist riesig. Am Abend waren wir dann alle ordentlich im Eimer.
Einen Großteil der Zeit nahm jedoch, ganz offen gesagt, auch der vorzügliche Rallye-Simulator am Ford-Stand in Anspruch. Oben im Bild übrigens der rasende LOHAS-Blogger Andreas, der mit gut 49 Sekunden ein ganzes Weilchen die Tagesbestzeit hielt.
Ebenfalls interessant waren auch die Interviews, die ich mit Ford-Ingenieuren führen konnte.
Allerdings muss ich fürs nächste mal noch ein wenig an meiner Interview-Technik feilen. Tim Nicklin, verantwortlich für Fords Elektroauto-Prototypen Focus BEV und Tourneo BEV, war verständlicherweise nicht allzu erpicht darauf, mir Dinge zu verraten, die Ford aus strategischen Gründen wohl erst mal für sich behalten möchte.
Ob Ford etwa plant, sich an einem System wie den Better Place Batteriewechelstationen zu beteiligen, oder ab wann und wieviel Prozent aller Ford-Modelle elektrisch sein sollen, wurde mir nicht gesagt :(
Ich meine jedoch, zwischen den Zeilen herausgehört zu haben, dass Ford den Einstieg in eine Infrastruktur wie die von Better Place zumindestens als mögliche Option evaluiert. Sicher kann ich das jedoch nicht sagen.
Sinnvoll wäre es jedoch durchaus. Auch für andere Hersteller. Ich wäre auch wirklich neugierig, zu wissen, was da hinter den Kulissen schon am laufen ist in der Automobilindustrie.

IAA Shai AgassiWas mir wirklich gut gefallen hat, waren übrigens die Pressekonferenzen von Renault und Better Place. Carlos Ghosn und Shai Agassi hatten mit ihren Statements zum CO2-Problem der Menscheit etwas beinahe beängstigend glaubwürdiges, was ich normalerweise von hochrangigen Anzugträgern kaum kenne.

So weit, so gut. Frankfurt war wirklich interessant, das Hotel war bis auf das Abendessen okay, und nächstes mal werde ich mit geschärften rhetorischen Waffen zum Interview antreten!

Ach ja, ehe ich es vergesse: Ende Oktober findet dann die Tokyo Motor Show statt, und ich suche noch einen Sponsor!!!
;)

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