Nigerianische Eltern verklagen Pfizer in den USA

Auf den Pharmahersteller Pfizer (u.a. Viagra) kommt ein spektakulärer Prozess zu:
Einer Klägervereinigung wurde vom Obersten Gerichtshof der USA das Recht zugesprochen, Pfizer direkt in den USA (Hauptsitz des Unternehmens) zu verklagen.
Es geht um Medikamententests, die Pfizer den Klägern zufolge ohne Einwilligung an rund 200 Kindern durchgeführt haben soll.
Damals war eine schwere Epidemie von Hirnhautentzündung ausgebrochen. 11 der behandelten Kinder starben, insgesamt sollen im Prozess 192 Opfer vertreten werden. Laut Pfizer hatten die behandelten Kinder eine höhere Überlebenschance, als sie ohne die Behandlung mit dem Antibiotikum Trovan gehabt hätten. Ausserdem sei der Feldversuch mit Zustimmung der Eltern erfolgt, was diese jedoch bestreiten.
Pfizer hatte mit Vertretern des betroffenen Nigerianischen Bundesstaates Kano bereits eine Entschädigungszahlung ausgehandelt. Zur Überprüfung der Ansprüche von Familienangehörigen sollten Gentests durchgeführt werden. Damit zeigten sich die jetzt Klagenden nicht einverstanden und haben nun nach 2 Jahren das Recht auf eine Verhandlung in den USA erstritten.

Via Süddeutsche

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